97. Kunsthistorischer Studierendenkongress

WAS

97. Kunsthistorischer Studierenden-kongress

WANN

28/11/19

-

01/12/19

WO

Berlin

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Kooperationspartner*innen

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Kunst- und Bildgeschichte

c/o Organisationskomitee des 97. KSK

Unter den Linden 6

10099 Berlin

kontakt@kskberlin.de

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97. KUNSTHISTORISCHER STUDIERENDENKONGRESS

28/11-

01/12/19

Berlin

KUNSTHISTORISCHER STUDIERENDENKONGRESS

Der Kunsthistorische Studierendenkongress (KSK) ist die Vollversammlung aller Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften des deutschsprachigen Raumes. Der KSK wird von Studierenden der Kunstgeschichte organisiert. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Kongresses soll Studierenden des deutschsprachigen Raumes die Möglichkeit geboten werden, sich auszutauschen und zu vernetzen, hochschulpolitische Themen zu diskutieren und zu wechselnden Schwerpunkten erste wissenschaftliche Vorträge zu halten.

Der KSK findet seit 1969 in der Regel jedes Semester an einem unterschiedlichen Ort im deutschsprachigen Raum statt. Der Kongress vertritt, diskutiert und artikuliert seine Aufgaben nach der Satzung in seinen Organen.

 
 

EXZESS

Das Wort “Exzess” leitet sich aus dem Lateinischen von “excedere” ab und bedeutet über etwas hinauszugehen. Heute bezeichnet es Grenzüberschreitungen, Ausschweifungen, Maßlosigkeiten und Extreme. Der Exzess scheint fest in unserer westlichen Lebenswelt verankert zu sein: Ausbeutung von natürlichen Ressourcen, Verschmutzung der Ozeane, kapitalistisches Konsumverhalten und aktuelle politische Geschehen bilden nur eine Reihe an Beispielen. Die digitale Konsumgesellschaft produziert eine Bilderflut, die kaum zu bewältigen scheint. Die Fülle an Assoziationen in den verschiedensten Bereichen bietet Gelegenheit für einige interdisziplinäre Diskurse während des Kongresses und verdeutlicht die Wichtigkeit dieses Themas.

Exzesse sind in der Kunst über die Jahrhunderte hinweg von Bedeutung gewesen. In der mittelalterlichen Kunst, wie in der Renaissance, wurde sich mit dem Sujet von exzessivem Verhalten auseinandergesetzt, beispielsweise durch Darstellungen der Todsünden Wollust und Völlerei (Pieter Brueghel, Sieben Laster, 1557). Reliquiare, Ikonen und Altarretabeln wurden häufig mit Gold, kostbaren Pigmenten und Edelsteinen aufgewertet. Die niederländische Stilllebenmalerei zeigte durch ihre verstärkten Handelsbeziehungen Raritäten und Kostbarkeiten und entwickelte großformatige Prunkstilleben (Abraham van Beijeren, 1640–80). Während des Barocks wurden repräsentative Palastbauten mit prunkvollen Dekorationselementen geradezu überladen. In der Kolonialzeit wurden Länder ihrer Kulturgüter beraubt und Kunstwerke massenhaft und scheinbar nahezu wahllos zusammengerafft und nach Europa gebracht. Der Surrealismus entwickelte unterschiedliche Bildverfahren um sich unter anderem durch Exzesse an der Substanz der Träume, Abgründe und Tabus zu bedienen (Salvador Dalí, Étude pour „Banlieue de la ville paranoïaque-critique“, 1935 / Wolfgang Paalen, Fumage, 1937). Die Pop Art erhob schließlich die reizüberflutenden Massenmedien und Konsumgüter zur Kunst (Andy Warhol, Campbell’s Soup Cans, 1962). Im Zuge der Performancekunst, Aktionskunst und Body Art gingen Künstler*innen an ihre körperlichen Grenzen und darüber hinaus (Marina Abramović, Lips of Thomas, 1975 / Chris Burden, Shoot, 1971). Auch zeitgenössische Arbeiten spielen mit exzessiven Produktions- und Materialkosten, die sich im Verkaufspreis niederschlagen (Maurizio Cattelan, America, 2016-2017 / Damien Hirst, For The Love of God, 2007).

In Berlin wird jener Exzess vielerorts sichtbar. Aktuell reiht sich Großprojekt an Großprojekt, Hunderttausende ziehen zu, die Mietpreise explodieren, die Stadt ist ein städtebauliches Experimentierfeld. Die vielfältige und international renommierte Museums- und Forschungslandschaft, das 2019 neu eröffnende Humboldt Forum und die boomende Kunstszene machen Berlin als Austragungsort für das Thema besonders attraktiv.

PROGRAMM

Vorträge von Studierenden, eingebettet in ein spannendes Rahmenprogramm aus Führungen, Workshops und Abendveranstaltungen.

Die genauen Uhrzeiten und das Rahmenprogramm folgen.

Workshops und Führungen am Donnerstag


12.00 bis 13.30 Uhr:

Nora Hogrefe, Katrina Schulz: Institutionen aufmischen? Neue Perspektiven auf die "Brücke"

@ Brücke-Museum


12.00 bis 15.00 Uhr:

Tim B. Boroewitsch: Exzessiv expressiv. Meisterwerke des Backsteinexpressionismus der jungen Metropolis Groß-Berlin (Stadtrundfahrt)


14.00 bis 16.00 Uhr:

Niklas Obermann: Repräsentation und/oder Wahn. Bauliche Exzesse für künstlerischen Anspruch

@ Kunsthaus Dahlem


15.00 bis 16.30 Uhr:

Rosa Miriam Reinhardt: Die politische Dimension von Kunst. Teil 1 @ Berlinische Galerie

15.00 bis 17.30 Uhr:

Anton Kolmbauer: Galerien. Spiegel der Kunst-szene Berlins @ Potsdamer Straße


15.00 bis 18.00 Uhr:

Eileen Kesseler: Exzess im Stadtraum. StreetArt und Subkultur (Stadtspaziergang)

15.00 bis 17.00 Uhr:

Boris Kerpa: Bauliche Exzesse in der historischen Mitte. Vom Schloss zum Palast der Republik und zurück (Stadtspaziergang)


17.00 bis 19.00 Uhr:

Mirjam Manigel, Tizian Schneider: Exzesse auf der Museumsinsel? James Simon-Galerie und Haus Bastian @ Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung

Workshops und Führungen am Freitag

10.00 bis 12.00 Uhr:

Franziska Dommers: Entgrenzen von Identitätskonstrukten @ Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart

10.00 bis 12.00 Uhr:

Martin Hanßen: Vestimentärer Exzess. Die Darstellung von modischer Maßlosigkeit in niederländischer Malerei vom 15. bis 17. Jahrhundert @ Gemäldegalerie

10.00 bis 12.00 Uhr:

Lukas Oberem: Wolkige Welten und göttliche Genitalien @ Gemäldegalerie

10.00 bis 12.00 Uhr:

Fidel Hennerici: Past Fashion. Der Wert der Textilien. Ein Besuch der Textilrestaurierungs-werkstatt des Museums für Byzantinische Kunst  @ Bode-Museum

11.00 bis 13.00 Uhr:

Anna Latzko: „No Photos on the Dancefloor”. Exzess und Clubkultur @ C/O Berlin

11.00 bis 14.00 Uhr:

Rosa Miriam Reinhardt: Die politische Dimension von Kunst. Teil 2 @ KW Institute for Contemporary Art

12.00 bis 14.00 Uhr:

Maja Klimt: Arrangement und Kontrolle. Die kritische Collage @ Institut für Kunst- und Bildgeschichte

12.30 bis 14.00 Uhr:

Studierendeninitiative: Ende der Kunstgeschichte @ Institut für Kunst- und Bildgeschichte

12.30 bis 14.00 Uhr:

KSK-Sprecher*innenrat: Geschichte und Zukunft des Kunsthistorischen Studierendenkongresses

@ Institut für Kunst- und Bildgeschichte

12.30 bis 14.00 Uhr:

Lee Chichester, Johanna Ziebritzki: „Warum gab es keine bedeutenden Kunsthistorikerinnen?“

@ Institut für Kunst- und Bildgeschichte

 
 

TEAM

Anna Latzko

Kümmert sich um Website und Social Media. Interessiert sich für Net Art, die Bilderflut im Internet und dadurch entstehende Bildforme(l)n.

Eileen Kesseler

Engagiert sich in der allgemeinen Organisation und Programmplanung. Interessiert sich für Exzess zwischen Subkultur und Mainstream.

Niklas Obermann

Verantwortlich für Finanzen, Rahmenprogramm und allgemeine Organisation. Interessiert sich für außereuropäische Kunst, transkulturelle Perspektiven und politische Bilder.

Noemi Molnar

Engagiert sich im Bereich Gestaltung und Kommunikation.

Interessiert sich für den Begriff Exzess besonders in der Fotografie und dem filmischen Bild

Tim B. Boroewitsch

Lebenskünstler, Salonier, Visionär. Kümmert sich um die Koordinierung mit den Institutionen und hat den allgemeinen Überblick.

Patricia Kühn

Zuständig für allgemeine Organisation und unterstützt Fundraising. Interessiert sich für Materialästhetik, Koloritgeschichte und Theorie der Zeichnung und Druckgrafik.

Nicole Wittmann

Zuständig für Grafik und Druckmedien, Vernetzung und Rahmenprogramm. Interessiert sich für das Exzessive in der Performance-Kunst, sucht nach innovativen Ausstellungspraktiken und denkt kritisch über den Kunstmarkt nach.

Rosa Miriam Reinhardt

Engagiert sich in Kommunikation, Vernetzung und der Frage nach den

gesellschaftlichen Wirkungsweisen von Kunst und Bildern.

Studiert neben der Kunst- und Bildgeschichte noch Soziologie,

Philosophie und Kommunikations-wissenschaften.